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PKV PUBLIK AUSGABE 2/2010

EDITORIAL


Liebe Leserinnen und Leser,

soeben hat die Regierungskommission zur Reform des Gesundheitssystems ihre Arbeit aufgenommen – und man kann den Beteiligten nur wünschen, dass ihnen eine zukunftsfestere Lösung gelingt als zuvor der Großen Koalition mit dem Gesundheitsfonds. Denn der hat mit seinen Einheitsbeiträgen für die Krankenkassen zwar die staatliche Steuerung des Gesundheitswesens ausgeweitet, gibt aber keinerlei Antwort auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung.


Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) lebt nach wie vor von der Hand in den Mund. Ihr umlagefinanziertes System trifft keinerlei Vorsorge für die bevorstehenden Jahrzehnte, in denen immer mehr Menschen immer älter werden und damit immer höhere Gesundheitskosten verursachen, während zugleich die Jahrgänge der aktiv Erwerbstätigen, die das alles bezahlen sollen, immer kleiner werden. Schon heute kann die GKV ihre laufenden Gesundheitskosten nur mit staatlichen Zuschüssen finanzieren, sonst müssten ihre Beiträge um rund zehn Prozent erhöht werden. Allein in diesem Jahr erhalten sie 15,7 Milliarden Euro aus der Staatskasse. Schlimmer noch: Ein großer Teil dieser Summe wird auf Pump finanziert, erhöht also noch die Last, die auf die Schultern der jüngeren Generationen abgeschoben wird. Denn die Schulden von heute sind bekanntlich die Steuern von morgen. Eine solidarische, generationengerechte Lösung sieht anders aus.


Hier kann die private Krankenversicherung (PKV) als Vorbild dienen. Denn die Privatversicherten treffen selber Vorsorge für ihre im Alter steigenden Gesundheitskosten und schieben diese Verantwortung nicht auf die Kinder und Enkel ab. Die PKV hat schon über 130 Milliarden Euro Alterungsrückstellungen gebildet und sicher durch zwei Finanzkrisen gebracht. So wird die PKV ihrer Verantwortung gerecht – ohne Steuerzuschuss und ohne Schulden.


Einige bemüht kritische Medienberichte haben in letzter Zeit von diesen grundlegenden Fragen unseres Gesundheitssystems abgelenkt und stattdessen vermeintliche Schwächen des PKV-Modells aufgespießt. Da wurde etwa die Zahl der Beschwerden beim PKV-Ombudsmann als Beleg für angebliche Probleme angeführt. Verschwiegen wurde dabei, dass dies insgesamt nur 0,016 Prozent der rund 30 Millionen PKV-Verträge betrifft (siehe Seite 4). Um derart minimale Beschwerdequoten können andere Branchen die private Krankenversicherung nur beneiden.


Manche Kritiker versuchten, die Tragfähigkeit der Alterungsrückstellungen in Zweifel zu ziehen. In Wirklichkeit führt die im Jahr 2000 zusätzlich eingeführte Aufstockung dieser Beträge durch den so genannten 10-Prozent-Zuschlag dazu, dass Privatversicherte zukünftig im Alter nicht nur stabile, sondern immer öfter sogar sinkende Beiträge erleben werden. Mit diesen Vorzügen ist der PKV vor der Auswahl-Entscheidung der Versicherten nicht bange.


Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach

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Dr. Volker Leienbach

Direktor des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V.