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Finanzierungslücke in der Pflege: PKV empfiehlt zusätzliche Absicherung

12.05.2015

Wer pflegebedürftig wird, will gut versorgt sein. Doch die Pflegepflichtversicherung deckt meist nur einen Teil der tatsächlichen Kosten ab. Aktuelle Daten aus der PKV-Pflegedatenbank zeigen, dass für eine gute Versorgung im Heim in Pflegestufe III durchschnittlich mehr als 1.800 Euro im Monat aus eigenen Mitteln aufgebracht werden müssen.

Und die Finanzierungslücke in der Pflegeversicherung wird größer: Trotz höherer Leistungen, die Pflegebedürftigen seit Jahresbeginn zustehen, muss immer mehr aus eigener Tasche bezahlt werden. So zeigt sich im bundesweiten Durchschnitt, dass die Kosten für eine vollstationäre Versorgung in Pflege­stufe III 3.437,34 Euro im Monat betra­gen. Legt man nun die zu Jahresbeginn angepassten Leistungen aus der Pflege­pflichtversicherung von 1.612 Euro zu Grunde, bleibt eine monatliche Finanzie­rungslücke von rund 1.825 Euro. Für die Pflegebedürftigen und Angehörigen sind das jeden Monat 36 Euro mehr als im Vorjahr. Und in Pflegestufe I sieht es nicht viel besser aus. Der Eigenbeitrag liegt hier bei durchschnittlich 1.427 Euro im Monat – 29 Euro mehr als zuvor.

Die Finanzierungslücke hat sich in jedem Bundesland vergrößert

Ein Blick auf die Werte in den einzelnen Bundesländern zeigt, dass es durchaus Unterschiede beim Zuwachs der Pflegekosten gibt. Teurer geworden ist die Be­treuung aber ohne Ausnahme in jeder Pflegestufe und in jedem Bundesland. Am deutlichsten sind die Kosten einer Heimversorgung in Bayern in Pflegestu­fe II gestiegen. Hier mussten die Pflege­bedürftigen im vergangenen Jahr monat­lich fast 230 Euro mehr zahlen als noch 2013 – nämlich fast 3.165 Euro. Mit etwa 10 Euro fiel der Preisanstieg in Pflegestu­fe I in Sachsen vergleichsweise moderat aus. Doch auch hier betragen die Kosten über 1.893 Euro. Bleibt eine Lücke von fast 830 Euro. Unsere Tabelle zeigt den Kostenanstieg nach Pflegestufe und Bundesland.

 
 
 

Die Zahlen sollten jedem klar machen, dass eine zusätzliche Absicherung gegen das Risiko der Pflegebedürftigkeit für vie­le Menschen unerlässlich ist, wenn man im Fall der Fälle unabhängig vom Sozi­alamt sein möchte oder verhindern will, dass die eigenen Kinder zur Finanzie­rung herangezogen werden. Denn die gesetzliche Rente dürfte bei den meis­ten Menschen kaum ausreichen, um die Lücke zu schließen. Natürlich kann sich auch jeder selbst Geld für eine eventuelle Pflegebedürf­tigkeit zurücklegen. Allerdings dürfte eine solche Reserve bei so manchem rasch aufgebraucht sein: Geht man von den bundesweiten Durchschnittskosten aus, müsste man heute für die Betreu­ung in einem Heim in Pflegestufe III fast 22.000 Euro jährlich aus eigenen Mitteln aufwenden – das dürfte die Rücklagen schnell aufzehren. Hinzu kommt, dass die Pflegeheimkosten von Jahr zu Jahr weiter steigen und sich damit die selbst zu tragenden Kosten ebenfalls weiter erhöhen. Und – Hand aufs Herz – bei einem gut gefüllten Sparkonto ist die Verlockung groß, das für den Pflegefall zurückgelegte Geld für andere Dinge zu verwenden. Eine große Reise oder ein neues Auto – schon geht die Rechnung im Pflegefall nicht mehr auf.

Deswegen ist der Abschluss einer Pflege­zusatzversicherung eine sinnvolle Mög­lichkeit, zu über­schaubaren Kosten etwas gegen die drohende Pflegelü­cke zu tun. Erfahren sie hier mehr über die verschiedenen Absicherungsmöglichkeiten.