Er erfand einen biomechanischen Muntermacher - und den hatte er auch nötig. Abu Bakr Muhammad ben Zakariya ar-Razi, genannt Rhazes (um 864 – 925), brütete fast jede Nacht über gelehrten Schriften und presste diese dabei zwischen sich und die Wand: Wenn er einschlief, weckte ihn der Knall des herunterfallenden Buches wieder auf. Der Mann, der auf diese radikale Weise zum belesensten Mediziner des Orients wurde, gilt als Pionier der Krebsforschung. Rund tausend Jahre, bevor die moderne Wissenschaft seine Thesen bestätigte, hatte Rhazes erkannt, dass Tumore von Adern versorgt werden und sich auch über das Blut verbreiten. Er empfahl darum den Chirurgen seiner Zeit, Tumore besonders großräumig zu entfernen, was Medizinstudenten noch heute als „Schnitt ins Gesunde“ lernen. Auch Medikamente, mit denen die Blutversorgung von Tumoren unterbunden wird, gehen letztlich auf Rhazes’ Ideen zurück.