Es war pure Zuversicht, die ihm auf den Magen schlug: Der junge Arzt Barry Marshall (geb. 1951) war felsenfest davon überzeugt, dass Magenschleimhautentzündungen von Bakterien verursacht werden. Deshalb entschloss er sich im Jahre 1984 gegen den heftigen Protest seiner Frau zu einem Selbstversuch und schluckte einen Cocktail voller Bakterien. Dass diese im stark säurehaltigen Magensaft des Menschen überleben können, hatte die Fachwelt bis dahin ausgeschlossen. Gastritis galt vielmehr als eine nervös bedingte Krankheit. Marshalls drastisches Experiment sicherte ihm die Aufmerksamkeit der Wissenschaft: Tatsächlich bekam er eine Magenschleimhautentzündung, die er sodann mit einem Antibiotikum heilte. 20 Jahre später erhielt Marshall den Nobelpreis. Heute gehört der Test auf das säureresistente Bakterium Helicobacter pylori zur Routinediagnostik bei Magen- und Darmproblemen.