• Vorlesen
  • A A A

Aktuelle Studien

Wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en zu den The­men Ge­sund­heit und Pfle­ge sind häu­fig Ge­gen­stand der po­li­ti­schen De­bat­te, zu­wei­len sogar Basis po­li­ti­scher Ent­schei­dun­gen. An dieser Stelle haben wir relevante Untersuchungen aus den Bereichen Demografie, Pflege, Internationales, Bürgerversicherung, Mehrumsatz, Alterungsrückstellungen sowie zur Bedeutung der Versicherungswirtschaft.

 

PKV als Wirtschaftsfaktor

 

vbw

 

Lohnzusatzkosten - Die Bedeutung des Wettbewerbs zwischen GKV und PKV

Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Januar 2016


Die Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft quantifiziert den Einfluss des Gesundheitssystems auf die Lohnzusatzkosten. Durch die Koexistenz von GKV und PKV werden in Deutschland – hochgerechnet auf alle privatversicherten Arbeitnehmer – Lohnzusatzkosten in Höhe von 1,33 Milliarden Euro jährlich vermieden. Zum Beispiel auf Nordrhein-Westfalen entfallen davon fast 300 Millionen Euro. Diese Summen stehen für Investitionen und Arbeitsplätze zur Verfügung. Rechnerisch entsprechen 1,33 Milliarden Euro rund 40.000 Arbeitsplätzen.

 

Prognos

 

Prognos-Studie 2013

Die Bedeutung der Versicherungswirtschaft für den Wirtschaftsstandort Deutschland
Berlin, Oktober 2013


Die Privaten Krankenversicherung (PKV) ist Teil der Versicherungswirtschaft, von der pro Jahr mehr als 90 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Das entspricht einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 3,4 Prozent. 1,3 Millionen Erwerbstätige sind direkt oder indirekt von der Versicherungswirtschaft abhängig. Durch die Versicherungswirtschaft entstehen ca. 4,4 % des jährlichen Steueraufkommens in Deutschland.

 

Universität Bayreuth

 

Anmerkungen und Thesen zur wirtschafts- und wettbewerbspolitischen Bedeutung der PKV

Prof. Dr. Volker Ulrich, Dr. Christian Pfarr
Universität Bayreuth, September 2013


Fest steht – ob ursächlich oder nicht –, dass das Modell der Dualität aus GKV und PKV mit einem fast einheitlichen Versorgungssystem für alle Patienten in der Vergangenheit die Versorgungsnachteile der meisten staatlichen Systeme mit langen Wartelisten, Einschränkungen der Patientensouveränität und Zweiklassenmedizin vermieden hat. Wenig lässt sich derweilen über die wirtschafts- und wettbewerbspolitische Bedeutung der Privaten Krankenversicherung lesen. In dieser Studie werden daher Thesen zur wirtschafts- und wettbewerbspolitischen Bedeutung der PKV näher beleuchtet und mit Literaturhinweisen hinterlegt.

 

Demografie und Gerechtigkeit

 

Stiftung Marktwirtschaft

 

Studie der Stiftung Marktwirtschaft

Stefan Moog, Bernd Raffelhüschen: Ehrbarer Staat? Die Generationenbilanz, Stiftung Marktwirtschaft, Reihe „Argumente zur Marktwirtschaft und Politik“ Nr. 131
Berlin, Oktober 2015


Die Generationenbilanzierung zeigt die tatsächliche Verschuldung des Staates auf Basis einer Projektion der langfristigen Entwicklung der öffentlichen Finanzen. Sie berücksichtigt sämtliche staatlichen Teilsysteme inklusive der Sozialversicherungen. Neben den wirtschaftlichen und fiskalpolitischen Rahmenbedingungen geht vor allem auch die demografische Entwicklung der kommenden Jahrzehnte in die Betrachtung ein. Für das Basisjahr 2013 beläuft sich die aktuelle Nachhaltigkeitslücke auf 6,7 Billionen Euro oder 237,6 % des Bruttoinlandprodukts (BIP). Davon entfällt auf die explizite, d.h. sichtbare Verschuldung 77,1 % des BIP. Doppelt so schwer wiegt die implizite, d.h. unsichtbare Verschuldung, die sich auf 160,5 % des BIP beläuft. Davon entfallen auf die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 75,4 %.

 

Demografiebericht

 

Demografiebericht

Bericht der Bundesregierung zur demografischen Lage und künftigen Entwicklung des Landes (Oktober 2011)


Immer mehr Menschen erlangen bei immer besserer geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit ein hohes Alter. Doch die gewonnenen Lebensjahre gehen nicht nur mit gesunden Lebensphasen einher. Bei einem wachsenden Anteil älterer und hochbetagter Menschen wird das Gesundheitssystem künftig sowohl mit steigenden Ausgaben als auch mit tendenziell sinkenden Einnahmen konfrontiert. Ursächlich für den Ausgabenanstieg in der Gesundheitsversorgung ist der zunehmende Bedarf an Gesundheitsleistungen, gerade auch bei Älteren. Hinzu kommt der medizinisch-technische Fortschritt, der ebenfalls steigende Ausgaben mit sich bringt. Die Verschiebung der Altersstruktur wirkt sich auch auf die Einnahmeseite aus. Die mit der Bevölkerungsalterung verbundene Zunahme des Anteils von Personen, die nicht mehr im aktiven Erwerbsleben stehen, führt tendenziell zu einer Schwächung der Finanzierungsbasis des Gesundheitssystems, das sich bislang überwiegend durch lohn- und gehaltsbezogene Beiträge finanziert.

 

Internationales

 

WIP I

WIP-Studie
 

Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP)

Verena Finkenstädt, Dr. Frank Niehaus: Die Aussagekraft von Länderrankings im Gesundheitsbereich

Eine Analyse des Einflusses der Altersstruktur auf die OECD-Daten

Köln, Februar 2015


In der öffentlichen Berichterstattung dient die OECD-Gesundheitsstatistik häufig zur Einordnung des deutschen Gesundheitssystems im internationalen Vergleich. Mit der neuen Publikation hinterfragt das WIP, wie aussagekräftig Länderrankings im Gesundheitsbereich tatsächlich sind. Eine Rangfolgebildung anhand der OECD-Daten als Benchmark ist mit einer Reihe methodischer Probleme behaftet, die die Studie nachweist. Diese Probleme resultieren zum einen aus unvollständigen Daten bei den Meldungen an die OECD sowie aus deren mangelnder Vergleichbarkeit. Vor allem aber berücksichtigen die OECD-Daten in der Regel nicht den Einfluss des unterschiedlichen Bevölkerungsalters in den einzelnen Ländern, obwohl eine Vielzahl medizinischer Eingriffe eindeutig altersabhängig ist.

Die Autoren zeigen für 15 chirurgische Eingriffe und für die Gesundheitsausgaben deren Altersabhängigkeit und die Folgen für die Platzierung Deutschlands im internationalen Vergleich. Die in der Studie durchgeführte indirekte Altersstandardisierung der OECD-Daten offenbart, dass das deutsche Gesundheitssystem ein hohes Maß an Versorgung durch chirurgische Eingriffe zu moderaten Kosten bereitstellt. Eine Übertreibung im System oder eine Überversorgung lässt sich mit den altersadjustierten OECD-Daten nicht mehr nachweisen. Dies ändert jedoch nichts an der Wichtigkeit, jeden einzelnen Eingriff – nicht zuletzt wegen immer vorhandener Risiken und möglicher Nebenwirkungen – intensiv auf seine Notwendigkeit zu prüfen.

 

WIP II

 

Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP)

Verena Finkenstädt, Dr. Frank Niehaus: Rationierung und Versorgungsunterschiede in Gesundheitssystemen
Ein internationaler Überblick
Köln, März 2013


Die Studie des WIP führt den Nachweis, dass in allen einheitlichen beitrags- oder steuerfinanzierten Kranken(ver)sicherungsmärkten der OECD-Welt – also dem Modell Bürgerversicherung – die Tendenz zur Rationierung von Leistungen größer ist als im deutschen dualen System und dass in Reaktion hierauf sich in all diesen Ländern eine echte Zwei-Klassen-Medizin etabliert hat. In Deutschland erweist sich der Systemwettbewerb von PKV und GKV als Sicherung gegen Leistungseinschränkungen in der GKV und gegen die „Zwei-Klassen-Medizin“.

 

PKV-Dokumentation

 

PKV-Dokumentation Nr. 29

Dr. Frank Schulze Ehring, Dr. Anne-Dorothee Köster:
Die Gesundheitsreformen in den Niederlanden und in der Schweiz als Vorbild für Deutschland?
Köln, Mai 2010


Die Gesundheitssysteme in der Schweiz und in den Niederlanden stehen an der Spitze möglicher „Vorbilder“, wenn es um zukünftige Reformen im deutschen Gesundheitswesen geht. Die Studie gewährt aus deutschem Blickwinkel einen differenzierten Einblick in die Gesundheitssystem beider Länder.

 

Mehrumsatz

 

WIP I

 

Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP)

Dr. Frank Niehaus: Der überproportionale Finanzierungsbeitrag privat versicherter Patienten.
Die Entwicklung von 2006 bis 2011
Köln, März 2013


Das WIP untersucht regelmäßig den überproportionalen Finanzierungsbeitrag Privatversicherter, der nur deshalb entsteht, weil Privatpatienten nicht gesetzlich versichert sind. Seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2006 hat der Umfang der Mehrumsätze im Jahr 2011 mit 11,11 Mrd. Euro einen Höchststand erreicht. Die größte Bedeutung haben Mehrumsätze in der ambulanten ärztlichen Vergütung (ca. 5,4 Mrd. Euro).

 

WIP II

 

WIP-Diskussionspapier 2/2014

Verena Finkenstädt: Die Heilmittelversorgung der PKV- und GKV-Versicherten im Vergleich,
Berlin, Dezember 2014


Privatversicherte erhalten im Heilmittelbereich eine umfangreichere und individuellere Versorgung als gesetzlich Versicherte. Entsprechend höher sind auch die Heilmittelausgaben. Im Jahr 2013 haben die Privatversicherten insgesamt 1.554 Millionen Euro für Heilmittel ausgegeben. Wären die PKV-Versicherten gesetzlich krankenversichert gewesen, hätte die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nur rund 618 Millionen Euro für sie aufgewendet. Die Differenz zwischen den tatsächlichen Ausgaben und den hypothetischen Heilmittelausgaben der PKV-Versicherten in der GKV kann als Mehrumsatz der PKV im Heilmittelbereich bezeichnet werden. Er belief sich auf 936 Millionen Euro. Im Durchschnitt entfielen damit auf jede Praxis 13.300 Euro Mehrumsatz im Jahr.

 

WIP III

 

WIP-Diskussionspapier 3/2015

Dr. Frank Wild: Ausgaben der Privatversicherten für ambulante Hebammenleistungen,
Berlin, September 2015


Das WIP widmet sich in dieser Studie erstmals der Versorgung Privatversicherter mit Hebammenleistungen. Für das Jahr 2013 konnten Ausgaben der Privatversicherten für ambulante Hebammenleistungen in Höhe von 79,0 Millionen Euro berechnet werden. Würde auch bei Privatversicherten die Abrechnung nach den Gebührensätzen des GKV-Kollektivvertrages erfolgen, lägen die Ausgaben bei 36,5 Millionen Euro. Im Durchschnitt können die Hebammen bei privatversicherten Müttern das 1,86-fache der GKV-Leistungen abrechnen.
Mit den vorliegenden Zahlen liegen erstmals Daten zur Bedeutung der PKV für die Vergütung der freiberuflichen Hebammen vor. Es wird deutlich, welche erheblichen finanziellen Leistungen die PKV in unserem Gesundheitssystem beisteuert, damit Hebammen ihrer unverzichtbaren Fürsorge zur Gesundheit von Schwangeren, jungen Müttern sowie Neugeborenen nachgehen können.

 

PVS

Studie: Die Bedrohung der medizinischen Infrastruktur durch die Bürgerversicherung
 

Sudie für den Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS)

Dr. Hans-Joachim Kaiser: Die Bedrohung der medizinischen Infrastruktur durch die Bürgerversicherung. Oder: Was für die ambulant tätigen Ärzte und Patienten auf dem Spiel steht!
Berlin, Mai 2013


Arztpraxen droht die Schließung: Die Bürgerversicherung gefährdet unsere hochwertige medizinische Versorgung mit einem flächendeckenden Netz aus niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Fachärzten. Im Jahr 2011 waren in Deutschland 11,4 Prozent Privatversicherte für 25 Prozent der Praxisumsätze verantwortlich (s. WIP-Diskussionspapier 01/2013). Das entspricht einem Mehrumsatz von insgesamt 5,38 Milliarden Euro jährlich oder 43.300 Euro je niedergelassenen Arzt. Die Studie zeigt, dass ohne diese zusätzlichen Arzthonorare dringende Investitionen in neue medizinische Geräte und Behandlungsmethoden, das Praxispersonal oder für einige Ärzte im Ernstfall sogar die Existenz ihrer Praxis auf dem Spiel stehen würde.

 

Pflegeversicherung

 

WIP

 

Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP)

Dr. Frank Niehaus: Zukünftige Entwicklung der Sozialen Pflegeversicherung, WIP-Diskussionspapier 1/2010


Die SPV ist aufgrund der Umlagefinanzierung einer besonderen Belastung durch den demografischen Wandel ausgesetzt. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich bis 2060 von heute 2 Millionen auf 4 Millionen verdoppeln. Aufgrund des Bevölkerungsrückgangs zahlen gleichzeitig immer weniger Versicherte Beiträge an die SPV.

 

Universität Köln

Universität zu Köln – Seminar für Staatsphilosophie und Rechtspolitik

Prof. Dr. Otto Depenheuer: Finanzielle Zwangspartnerschaft privat Pflegeversicherter für gesetzlich Pflegeversicherte? - Rechtsgutachten zur Zulässigkeit eines Finanzausgleichs zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung, Köln, April 2007


Das Rechtsgutachten kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass ein Finanzausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung rechtspraktisch als Abgabenlast der privat Versicherten zugunsten der gesetzlich Versicherten durch eine "Solidarabgabe" darstellt. Die Erhebung einer fremdnützigen Abgabe sei jedoch verfassungsrechtlich rechtfertigungsbedürftig, insbesondere in Ansehung des Gleichheitsgrundrechts (Art. 3 Abs. 1 GG).

 

Alterungsrückstellungen

 

WIP

Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP)

Prof. Dr. Bruno Schönfelder, Dr. Frank Wild: Volkswirtschaftliche Wirkungen der Alterungsrückstellungen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung
Köln, August 2013


Das WIP zeigt in dieser Studie, dass die Alterungsrückstellungen der PKV Investitionen ermöglichen, die zu einer höheren Arbeitsproduktivität führen. Dies erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und vergrößert den Spielraum für Lohnerhöhungen. Davon profitiert schließlich auch die umlagefinanzierte GKV. Eine Schwächung oder gar Abschaffung der PKV würde dagegen zu einem Rückgang des Investitionsvolumens führen - mit den entsprechend negativen Folgen für die gesamte Gesellschaft.

 

Universität Köln I

Universität zu Köln – Seminar für Staatsphilosophie und Rechtspolitik

Prof. Dr. Otto Depenheuer: Verfassungsrechtliche Grenzen einer Portabilität von Altersrückstellungen in der Krankenversicherung
Köln, Oktober 2006


Das Kurzgutachten kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Alterungsrückstellungen in der PKV Eigentum Eigentum der Versicherten  sind und objektiv der verfassungsrechtlichen Gewährleistung des privaten Eigentums gem. Art. 14 Abs. 1 GG unterliegen. Dem Staat obliegt hinsichtlich der Alterungsrückstellung in Wahrnehmung seiner grundrechtlichen Schutzpflicht die Aufgabe, durch geeignete rechtliche Maßnahmen die Integrität des Kapitalstocks sowie eine angemessene Beteiligung an den daraus erwirtschafteten Überschüssen sicherzustellen, um das mit der Bildung von Alterungsrückstellungen verbundene Versprechen der Beitragskonstanz im Alter auch einlösen zu können.

 

Universität Köln II

Universität zu Köln – Seminar für Staatsphilosophie und Rechtspolitik

Prof. Dr. Otto Depenheuer: Der verfassungsrechtliche Schutz der Rückstellungen der privaten Pflegepflichtversicherung
Köln, Oktober 2005


Das Kurzgutachten kommt unter anderem zu dem Ergebnis,  dass die privaten Pflegeversicherungsträger Grundrechtsträger und nicht „Sozialversicherungsträger in privater Hand“ sind. Trotz öffentlich-rechtlicher Überlagerungen sind die Rechtsbeziehungen zwischen ihnen und den Privatversicherten privatrechtlich bzw. grundrechtlich geprägt. Die Rückstellungen der privaten Pflegeversicherungen unterliegen daher als kapitalgedeckte private Anwartschaftsrechte der privat Pflichtversicherten uneingeschränkt dem Schutz der verfassungsrechtlichen Eigentumsgarantie (Art. 14 GG).

 

Bürgerversicherung und Dualität

 

Böckler-Stiftung

Studie von Robert Paquet: Auswirkungen der Bürgerversicherung auf die Beschäftigung in der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung
 

Studie der Hans-Böckler-Stiftung

Robert Paquet: Auswirkungen der Bürgerversicherung auf die Beschäftigung in der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung
Reihe Arbeitspapier, Arbeit und Soziales, Bd. 284 (Juni 2013)


Nach einer aktuellen Studie der gewerkschaftsnahen Hans- Böckler-Stiftung würde die Einführung einer Bürgerversicherung bis zu 100.000 Arbeitsplätze im Bereich der Privaten Krankenversicherung vernichten. Der Autor der Studie „Auswirkungen der Bürgerversicherung auf die Beschäftigung in der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung“, Dr. Robert Paquet, geht davon aus, dass alleine 67.000 abhängig Beschäftigte in den Versicherungsunternehmen und nochmals mehr als 10.000 freie Vermittler ihren Arbeitsplatz mit Einführung der Bürgerversicherung verlieren würden.

 

RWI

Studie von Boris Augurzky und Stefan Felder: Volkswirtschaftliche Kosten und Nebenwirkungen einer Bürgerversicherung
 

Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI)

Boris Augurzky, Stefan Felder: Volkswirtschaftliche Kosten und Nebenwirkungen einer Bürgerversicherung
RWI-Materialien 75 (August 2013)


Die Einführung einer Bürgerversicherung wird mittelfristig das Wachstum der deutschen Wirtschaft hemmen und wäre wohlfahrtsmindernd. Das ist eines der Ergebnisse einer neuen Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Im Auftrag des PKV-Verbandes haben die Forscher die volkswirtschaftlichen Kosten und Nebenwirkungen einer Bürgerversicherung bis 2040 untersucht.

 

BVNF

Studie des BVNF: Jobkiller Bürgerversicherung: Risiken und Nebenwirkungen: Mehr als 120.000 Arbeitsplätze in Gefahr
 

Studie des Bundesverbandes der niedergelassenen Fachärzte (BVNF)

Jobkiller Bürgerversicherung. Risiken und Nebenwirkungen: Mehr als 120.000 Arbeitsplätze in Gefahr


Jobkiller Bürgerversicherung: Auch der Bundesverband der niedergelassenen Fachärzte warnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen durch eine Bürgerversicherung. Rund 120.000 Jobs in Arztpraxen und Versicherungswirtschaft sieht er in Gefahr.

 

Betriebsräte

Ausarbeitung der Betriebsratsinitiative „Bürgerversicherung? Nein Danke!“: Regionale Auswirkungen der „Bürgerversicherung“ auf den deutschen Arbeitsmarkt
 

Ausarbeitung der Betriebsratsinitiative „Bürgerversicherung? Nein Danke.“

Regionale Auswirkungen der „Bürgerversicherung“ auf den deutschen Arbeitsmarkt (September 2013)


Die Betriebsratsinitiative „Bürgerversicherung? Nein Danke.“ hat in einer Studie die regionalen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt als Folge einer solchen Einheitsversicherung untersucht.

 

vbw

 

Die Bürgerversicherung – Mythos und Wahrheit

Eine Studie des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) in München (April 2013)


Im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (vbw) werden die Auswirkungen der Bürgerversicherung auf die Arbeitgeber untersucht. Durch die Anhebung (Grüne) bzw. Aufhebung (SPD) der Beitragsbemessungsgrenze  werden Arbeitgeber mit zusätzlichen Ausgaben belastet. Anhand von Beispielen wird gezeigt, dass die Bürgerversicherungsmodelle insgesamt wie eine Sonderabgabe auf hochwertige Arbeitsplätze wirken.

 

IdW

 

Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IdW)

Dr. Jochen Pimpertz: Bürgerversicherung – kein Heilmittel gegen grundlegende Fehlsteuerungen, IW policy paper 12/2013


Das Heilsversprechen der Bürgerversicherer vermag die Bürgerversicherung nicht einzulösen – unabhängig von ihrer konkreten Ausgestaltung. Denn die Fehlsteuerungen, die zu einem überproportionalen Ausgabenanstieg in der GKV führen, können nicht durch die Ausweitung unerwünschter Anreize auf weitere Personenkreise überwunden werden. Umgekehrt bedeutet das, dass die Bürgerversicherung keine Voraussetzung für mehr Wettbewerb innerhalb der GKV ist. Weder die Versichertenstruktur der PKV-Versicherten noch deren Einkommensstruktur geben Anlass zu der Hoffnung, dass mit einer Ausdehnung der Pflichtversicherung dauerhaft Entlastungen realisiert werden können.

 

Steiner

 

Udo Steiner

Verfassungsfragen der dualen Krankenversicherung; Schriften zum Gesundheitsrecht, Band 37, Berlin 2015


Die deutsche Grundentscheidung für ein Nebeneinander von Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) bleibt über die Wahlen des deutschen Bundestages hinaus ein Großthema der sozial- und gesundheitspolitischen Diskussion. Diese Diskussion kann ohne die verfassungsrechtliche Sicht nicht geführt werden. Der Verfasser analysiert, ob eine Veränderung des gesetzlichen Status quo zu Lasten der PKV und insbesondere die Ersetzung des dualen Systems durch eine Einheitsversicherung auf verfassungsrechtliche Hindernisse kompetenzieller und grundrechtlicher Art stoßen.